Über Debrecen
Über Debrecen
Debrecen ist mit nur 220.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt Ungarns. Sie wird wegen ihrer zentralen geographischen Lage und ihrer bedeutenden politischen und wirtschaftlichen Stellung als die Hauptstadt Ostungarns bezeichnet.
Die Stadt hat sich in den letzten Jahren zu einem lebhaften Wohnort und zu einer bereichernden Erfahrung als Reiseziel entwickelt.
Debrecen ist eine ländliche Stadt, die Besuchern Beschaulichkeit und Kulturveranstaltungen sowie Mineralquellen und Erholung bietet. Gaststudenten der Medizin aus aller Welt haben der Stadt zusammen mit internationalen Sport- und Kulturveranstaltungen ein internationales Flair verliehen.
Anlässlich ihres Besuchs werden wir Ihnen die Stadt gerne zeigen. Wir können im Großen Wald spazieren gehen oder einen Bummel in der Hauptstraße machen, Kaffeetrinken oder inspirierende Kunstausstellungen oder Denkmäler besuchen. Debrecen bietet Ihnen vielfältige Möglichkeiten zu Unterhaltung, Essen und Einkaufen. Was auch immer Sie interessiert, wir können wir Ihnen zweifellos den richtigen Weg weisen.
Sehenswürdigkeiten
Museum des Reformierten Kollegiums
Dauerausstellungen:
- Sammlung der Schulgeschichte
- Sammlung der Kirchenkunst
- Die Geschichte des Buchdrucks in Europa
Adresse: Debrecen, Kálvin tér 16.
Déri Museum
Dauerausstellungen:
- Die Geschichte Debrecens vom 13 Jahrhundert bis 1945
- Die Kunst von Mihály Munkácsi
- Die Vogelwelt unserer Region
- Das Mineralreich
Öffnungszeiten: 01. 04.- 31.10.: Di.- Sa.:10-18; 01.11.- 31.-03.: Di.- Sa.: 10-16
Adresse: Debrecen, Déri tér 1.
Tel.: 52/417-561; 52/417-577
Modem — Museum der Modernen Kunst
Der wahre Da Vinci – der Geist von Leonardo
16. August – 16. November 2007
Das MODEM, das Museum der modernen Kunst von Debrecen zeigt ab dem 16. August eine von den Staatlichen Museen von Florenz konzipierte Ausstellung. Sie war zuvor in Florenz in der Galerie der Uffizien und im Tokyo National Museum zu sehen.
Die Ausstellung in Debrecen zeigt die Sektionen III und IV der Originalausstellung sowie eine neue Sektion, die eigens für die Ausstellung in Ungarn eingerichtet wurde.
Sie ist Leonardos Studien über Pferde gewidmet und beinhaltet eine außergewöhnliche lebensgroße Rekonstruktion des Sforza-Pferdes – eine monumentale Pferdestatue von über 7 Metern Höhe.
Adresse: Baltazár Dezső tér 1.
Die Geschichte
Die ältesten Funde von Spuren mehrerer Siedlungen an der Stelle, wo sich heute Debrecen befindet, stammen aus dem dritten Jahrtausend vor unserer Zeitrechnung. Das Wort Debrecen – das wahrscheinlich aus dem Namen eines Ritterguts kommt, wurde erstmals 1235 erwähnt. Damals war Debrecen noch eins von drei Dörfern, deren Zusammenwachsen die Geburt der heutigen Stadt bedeutete. Im Jahre 1317 wurde in dieser neuen Stadt die St. Andreas Kirche in gotischem Stil erbaut.
1526 hatte die Armee Ludwigs II. eine gewaltige Niederlage durch die mächtigen Heere der Türken bei Mohács erlitten. Das Land wurde dabei in drei Teile zerrissen. Weil Debrecen damals an der Grenze der drei Teile lag, mussten mehr als hundert Jahre lang an drei verschiedene Herrscher Steuern bezahlt werden. Doch war diese Zeit zugleich eine Blütezeit der Stadt. In der Mitte des 16. Jahrhunderts verbreiteten sich die radikale Maxime des Kalvinismus schnell in Debrecen und der Umgebung. Die Stadt wurde zum Zentrum der Protestantischen Kirche in Ungarn.
Nach der Wiedereroberung von Buda gegen Ende des 17. Jahrhunderts (1686) verließen die Türken das Land. Für Jahrhunderte standen die Ungarn danach unter dem Einfluss der Habsburger Dynastie.
1693 sicherte Kaiser Leopold I. der Stadt Privilegien einer königlichen Freistadt zu.
1703 brach der Rákóczi-Freiheitskampf gegen die Habsburger aus – Debrecen unterstützte ihn von Anfang an. Dieser endete 1711 in einer Niederlage und der Kaiser verpflichtete die Stadt zum Bau einer Katholischen Kirche als Strafe – so entstand die St. Anna-Kirche.
Als Folge der Großbrände von 1802 und 1811 wurde ein großer Teil der Stadt zerstört. Danach wurden unter anderen die Großkirche, das Protestantische Kollegium und das Rathaus erbaut. Diese erneuerte Stadt hat dann im Frühling 1848 der Schwung der Märzrevolutionen erreicht.
Im Januar 1849 floh die Regierung vor den kaiserlichen Heeren nach Debrecen. Nach dem siegreichen Frühlingsfeldzug hatte das Parlament die Entthronisierung der Habsburger und die Unabhängigkeitserklärung genehmigt. Doch konnten sich die ungarischen Heere gegen die vielfache Überzahl der Feinde nicht erfolgreich verteidigen und verloren zuerst die Schlacht von Debrecen (2. August 1849) und später den ganzen Freiheitskampf.
1912 wurde die Universität von Debrecen gegründet. Damit begannen die enormen Bauarbeiten im Großwald von Debrecen.
Mit dem Friedensvertrag von Trianon wurde zwei Drittel des Gebietes und ein Drittel der Bevölkerung Ungarns verschiedenen Staaten zugeteilt. So wurde aus Debrecen praktisch eine Grenzstadt und hatte ihr östliches Einzugsgebiet verloren. 1928 konnte das Déri Museum durch die Unterstützung bedeutungsvoller Privatspenden eröffnet werden. Dann kamen die schrecklichen Jahre des Zweiten Weltkriegs. Am 2. Juni 1944 machte die amerikanische Luftwaffe mit einem Bombenteppich den Großbahnhof und eine Reihe der wichtigsten Gebäude in der Umgebung dem Erdboden gleich. Es ist typisch für die Ausdauer der Einwohner Debrecens, dass die Stromversorgung schon am Tag nach dem Bombenangriff wieder hergestellt wurde, und dank der angestrengten Aufräumungsarbeiten konnte der erste Zug schon nach einer Woche wieder fahren.
Während der Revolution von 1956 gegen die kommunistische Diktatur spielte Debrecen eine bedeutungsvolle Rolle. Nach der Niederschlagung der Revolution (mit sowjetischer Hilfe) führte die Diktatur ihre „konstruktive“ Tätigkeit fort: ein ansehnlicher Teil der Bauernhöfe und der Agrargebiete wurde liquidiert, und statt derer wurden den Sozialisten besser passende und besser kontrollierbare Wohnblöcke gebaut.
Debrecen ist heutzutage die zweitgrößte Stadt Ungarns und das administrative und kulturelle Zentrum Ost-Ungarns. In dem schon erwähnten seit 450 Jahren bestehenden protestantischen Kollegium lohnt es sich, neben den Ausstellungen zur Schulgeschichte und Kirchenkunst auch das Oratorium zu besuchen. Sehen Sie sich auch die Dauerausstellungen und Wechselausstellungen des Déri Museums an, und verpassen Sie es nicht, sich die berühmte Christus-Trilogie von Mihály Munkácsi anzusehen.
Das 1918 erbaute Hauptgebäude der Universität ist auch eine Besichtigung wert. Nicht weit entfernt von der Universität auf der anderen Seite des Großwaldes liegt das Thermalbad.
Für diejenigen, die sich für das Handwerk interessieren, kann der Besuch des Gerberhauses ein besonderes Erlebnis sein.


